RAUK UND DAS MEER
Ein Kater. Ein Wikingerschiff.
Eine Reise bis ans Ende der bekannten Welt.
Und was hat all das mit der
Maine Coon zu tun?
Um das Jahr 1000 führt Rauks Weg von Norwegen über Grünland bis nach Vinland – auf den Spuren Leif Erikssons und mitten hinein in eine der Legenden um den Ursprung der Maine Coon.
Ein historischer Roman aus einer ungewöhnlichen Perspektive.
Jetzt als Taschenbuch und eBook erhältlich! Auch im normalen Buchhandel.
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Über das Buch
Um das Jahr 1000 lebt Rauk als streunender Kater in Norwegen – unabhängig, misstrauisch und fest davon überzeugt, dass Menschen vor allem eines sind: nützlich, wenn sie etwas zu fressen haben.
Dann begegnet er dem Wikingerjungen Kjell. Und ehe Rauk recht begreift, wie ihm geschieht, findet er sich an Bord eines Schiffes wieder. Seine Reise führt ihn über das stürmische Nordmeer nach Grünland und schließlich mit Leif Eriksson weiter nach Westen – dorthin, wo hinter dem Horizont ein unbekanntes Land wartet: Vinland.
Rauk erlebt die großen Entdeckungsfahrten der Wikinger aus einer Perspektive, die in keiner Chronik überliefert wurde. Dabei geht es nicht nur um fremde Küsten, gefährliche Überfahrten und die Frage, wo man hingehört. Auf seiner Reise begegnet Rauk auch einer Katze, die alles verändern wird – und vielleicht den Anfang einer bis heute erzählten Legende markiert: der Herkunft der Maine Coon.
Mehr als tausend Jahre später taucht ein fremder Kater in einem Katzenrevier in Potsdam auf. Und mit ihm eine Geschichte, die eigentlich längst vergessen sein müsste.
RAUK und das Meer ist ein historischer Roman über Entdeckungen, Freundschaft und Zugehörigkeit – erzählt mit Katzenaugen und auf den Spuren einer der berühmtesten Reisen der Wikingerzeit.

Was hat Rauk mit der Maine Coon zu tun?
Woher die Maine Coon ursprünglich stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Um die große, robuste Katzenrasse aus Nordamerika ranken sich deshalb verschiedene Geschichten und Theorien. Eine davon führt erstaunlich weit zurück: zu den Seefahrern aus dem Norden Europas.
Katzen begleiteten Menschen schon früh auf Schiffen, hielten Vorräte frei von Mäusen und Ratten und gelangten auf diese Weise in neue Regionen. Eine verbreitete Theorie vermutet, dass langhaarige Katzen aus Skandinavien mit nordischen Seefahrern nach Nordamerika gekommen sein könnten – und dort zu den Vorfahren der späteren Maine Coon wurden.
Genau an diesem Punkt beginnt Rauks Geschichte mit der historischen Überlieferung zu spielen. Auf seiner Reise mit Leif Eriksson gelangt der Kater von Norwegen über Grünland bis nach Vinland. Dort begegnet er einer Katze, die seine Geschichte – und vielleicht auch die ihrer Nachkommen – für immer verändert.
Ob die Maine Coon tatsächlich auf diesem Weg entstanden ist? Das wissen wir nicht.
Aber was, wenn es genau so gewesen wäre?
Wie Rauk aufs Schiff kam
Das inoffizielle Redaktionsteam bei der Arbeit
Am Anfang stand eine Frage: Was wäre, wenn an der Legende etwas dran wäre, dass die Vorfahren der Maine Coon mit nordischen Seefahrern nach Nordamerika gelangten?
Aus dieser Idee wurde Rauk – ein Kater, der um das Jahr 1000 auf den Spuren Leif Erikssons von Norwegen über Grünland bis nach Vinland reist.
Und dann begann die eigentliche Arbeit.
Ich bestellte Bücher über Wikinger, Schiffe, Navigation, das Leben um das Jahr 1000 und die Fahrten nach Westen. Ich las, markierte, schrieb Randnotizen, klebte Zettel in Bücher und sammelte alles, was mir half, Rauks Welt möglichst glaubwürdig werden zu lassen. Manche Szenen entstanden schnell. Andere wurden mehrfach geschrieben, verworfen und neu gebaut, weil eine Kleinigkeit historisch nicht passte, Rauk sich darin plötzlich zu menschlich verhielt oder die Reise einfach noch nicht stimmte.
Denn Rauk sollte nie nur ein Mensch im Katzenfell sein. Er erlebt diese Welt als Katze. Gerüche sind wichtiger als Namen, ein sicherer Schlafplatz manchmal bedeutender als große Entdeckungen, und Menschen werden zunächst vor allem danach beurteilt, ob sie vernünftig genug sind, etwas Essbares abzugeben.
Währenddessen erwies sich mein eigenes Katzenrudel als ausgesprochen engagiertes Redaktionsteam. Allerdings mit eher unkonventionellen Arbeitsmethoden. Ausdrucke wurden verschleppt, Manuskriptseiten besetzt und die Arbeit am Rechner zuverlässig unterbrochen. Ein Laptop fiel sogar einem gezielten Flüssigkeitsangriff zum Opfer. Ob es sich dabei um Kritik am Text oder lediglich um eine alternative Form der Literaturförderung handelte, ließ sich nicht abschließend klären.
Ausgerechnet dadurch gehörten die Katzen irgendwann nicht nur zum Alltag während des Schreibens, sondern auch immer stärker zur Geschichte selbst. So entstand neben Rauks Reise durch die Wikingerzeit eine zweite Ebene im heutigen Potsdam: Ein fremder Kater taucht in einem bestehenden Revier auf und bringt eine Geschichte mit, die mehr als tausend Jahre zurückreicht.
Aus einer Maine-Coon-Legende wurden schließlich unzählige Recherchestunden, vollgeschriebene Buchränder, immer neue Fassungen, ein sabotierter Laptop – und ein historischer Roman über Reisen, Freundschaft, Zugehörigkeit und die Frage, wie aus Geschichte vielleicht irgendwann eine Legende wird.
Leseprobe
Lust, in Rauk reinzuschnuppern? Hier ist eine kleine Leseprobe:
«Du siehst aus, als hätte dich das Meer durchgekaut und wieder ausgespuckt.»
Die Stimme kam von hinten. Ich hob den Kopf.
Der Mann saß nahe der Bordwand auf einem zusammengerollten Fell. Er war breitschultrig und älter als viele der anderen Männer. Eine schmale helle Narbe verlief von seiner linken Schläfe bis hinunter zur Wange. Sein Bart war vom Wasser dunkel geworden und hing schwer auf seine Brust. Neben ihm stand ein kleiner Holzeimer, aus dem es nach abgestandenem Wasser und Fisch roch.
Asger.
Er hielt einen Fisch zwischen den Händen und musterte mich mit halb geöffneten, müden Augen. «Du bist also der Kater.»
Ich sah ihn direkt an.
«Seit du an Bord bist, haben wir Sturm.» Er schnaubte durch die Nase. «Kein guter Anfang.»
Er riss ein Stück Fisch ab und warf es in meine Richtung. Es landete dicht vor meinen Pfoten auf dem nassen Holz. Ich zögerte kurz, dann nahm ich es. Asger nickte langsam, als hätte das etwas bestätigt, was er vermutet hatte, und beobachtete mich einen Moment schweigend.
«Jetzt verstehe ich auch, warum du mitgekommen bist.» Er deutete mit dem Kinn auf die festgezurrten Bündel weiter vorn. «Die Robbenfelle. Die riechst du vermutlich schon seit gestern. Fett, Salz, Blut. Für einen Kater muss das wie ein Festmahl riechen.»
Ich sah zu den Bündeln hinüber. Der Geruch war tatsächlich stark, schwer und ölig, und lag über einem Teil des Schiffs wie eine zweite Haut.
«Dumm bist du jedenfalls nicht.» Asger nahm noch einen Bissen von seinem Fisch und sah dann zu den Fässern hinüber. «Mäuse und anderes Getier haben wir auch genug.»
Fast gleichzeitig hörte ich wieder dieses feine Scharren zwischen den Vorräten, kaum wahrnehmbar für Menschen. Asger bemerkte meinen Blick trotzdem.
«Ja.» Er nickte. «Hab ich mir gedacht, dass du deshalb hier bist.»
Er wischte sich mit dem Handrücken über den Bart und stemmte sich schwerfällig hoch. Dann ging er ein paar Schritte über das Deck und stieß einen jüngeren Mann mit dem Fuß gegen die Wade.
«Arvid. Der Kater bleibt.»
Der Mann brummte verschlafen und hob den Kopf. «Was?»
Asger deutete mit dem Kinn auf mich. «Der Kater hier ist groß genug für Ratten. Und klüger als mancher von euch.»
Einige Männer in der Nähe sahen zu mir herüber. Einer lachte müde, ein anderer zog nur die Schultern hoch. Niemand widersprach.
Asger spuckte über die Bordwand. «Solange er nicht an die Vorräte geht, bleibt er.» Er sah noch einmal zu mir herunter. «Und wenn du schon mitfahren willst, dann arbeite für dein Fressen.»
Damit drehte er sich um und ging etwas schwankend zu den Ruderbänken. Ich sah ihm nach. Unter meinen Pfoten lief der ruhige Rhythmus der langen Wellen durch das Holz. Niemand achtete mehr auf mich. Die Männer arbeiteten wieder, sprachen leise miteinander oder versuchten noch etwas Schlaf zu finden.
Dann hörte ich erneut das Geräusch zwischen den Vorräten, dieses feine Kratzen und das hastige Scharren kleiner Krallen auf Holz. Ich ging hinüber und blieb zwischen den Bündeln stehen. Der schwere Geruch der Robbenfelle lag über allem, doch dazwischen war etwas anderes, warm und lebendig.
Eine weitere Maus.
Ich duckte mich tiefer zwischen die Bündel. Inzwischen verstand mein Körper den Rhythmus unter meinen Pfoten besser. Nicht jede Welle bedeutete Gefahr, manche musste man einfach mitgehen. Das Scharren verstummte plötzlich. Ich wartete.
Einen Herzschlag später schoss die Maus zwischen zwei Bündeln hervor. Grau, nass und viel zu sicher für ein Tier auf einem Schiff voller hungriger Männer. Ich erwischte sie noch vor dem zweiten Sprung.
Einen Moment blieb ich stehen. Die Maus hing schwer zwischen meinen Zähnen, während um mich herum das Holz weiter knarrte und die Männer arbeiteten, als wäre nichts geschehen. Vielleicht war es genau das, was Asger gemeint hatte.
Ich trug die Maus zum Mast und fraß sie zwischen den Seilen. Mein Magen protestierte noch immer gegen das Meer, aber der Hunger war größer. Danach leckte ich mein Fell trocken, soweit das überhaupt möglich war.
Erst dabei bemerkte ich, dass sich das Licht verändert hatte. Die Wolken waren aufgebrochen, und zwischen ihnen fiel Sonnenlicht auf das Meer und ließ die Wellen silbern aufblitzen. Das Holz des Schiffs dampfte leicht in der Wärme. Selbst die Männer wirkten ruhiger. Einer lachte zum ersten Mal wieder richtig.
Ich rollte mich tiefer in die Seilrolle und streckte den Rücken der Wärme entgegen. Mein Fell trocknete in der Sonne, und zum ersten Mal seit der vergangenen Nacht ließ die Anspannung in meinem Körper nach.
«Da bist du ja.»
Kjell ließ sich neben dem Mast auf die Knie sinken. Sein Haar war noch feucht vom Regen der Nacht, aber seine Augen wirkten wieder wach. Er grinste, als er die letzten Reste der Maus entdeckte.
«Asger hat dich jetzt offiziell aufgenommen.»
Ich hob müde den Kopf und sah ihn an.
«Das macht er normalerweise nicht.» Kjell blickte kurz zu dem älteren Mann hinüber, der weiter hinten mit zwei anderen an einem Seil arbeitete. «Eigentlich mag er nichts, das Fell hat und nicht gebraten werden kann.»
Ich blinzelte.
Kjell lachte. «Er hat Arvid gerade angedroht, ihm die Nase zu brechen, falls er versucht, dich über Bord zu werfen.»
Das Segel hing nur noch leicht gespannt. Irgendwo kreischte eine Möwe über dem Wasser. Kjell legte eine Hand gegen das warme Holz des Mastes und sah hinaus aufs Meer.
«Jetzt gehörst du wohl zu uns», murmelte er. «Jetzt bist du ein Wikinger-Kater.»
Und das sagt das Rudel
Natürlich blieb Rauks Geschichte auch im heimischen Revier nicht unkommentiert. Schließlich leben hier sechs Katzen, die zu praktisch allem eine Meinung haben – besonders zu fremden Katern, langen Seereisen und der Frage, wer eigentlich das Sagen hat.
Die Urteile fallen entsprechend unterschiedlich aus.
Benny
„Ich hätte das Schiff kontrolliert. Irgendwer muss schließlich aufpassen.“
Max
„Fremder Kater. Große Geschichten. Solange er weiß, wer hier der Häuptling ist, darf er bleiben.“
Sushi
„Ich finde ja, er macht ein bisschen viel Aufhebens um diesen Wikingerkram. Aber der Kater kann erzählen.“
Lunis
„Vinland klingt weit weg. Gibt es da Futter und Menschen zum Kuscheln?“
Ricky
„Er war auf einem Schiff? Auf dem MEER? Freiwillig?! Und gab's da Hühnchen?“
Ronja
„Wenn Rauk das alles wirklich erlebt hat, darf er weitererzählen.“
Rauk
„Ich bereue inzwischen, ihnen überhaupt etwas erzählt zu haben.“

Rauk ist unterwegs
Erhältlich in allen Buchhandlungen und Online-Shops.